Projektergebnisse
Im Projekt CARL Seagate wurde untersucht, inwieweit sich der Hafenhinterlandverkehr durch intelligente Sammel- und Verteilverkehre aus Seehäfen mit einem innovativen Zugsystem effizienter gestalten lassen. Ziel ist es, den Be- und Entladeprozess sowie den Abtransport der entladenen Güter zu beschleunigen. Die Attraktivität des Transportwegs Schiene gegenüber der Straße soll erhöht werden. Phase 2 beinhaltete die Untersuchung der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.
Die Voraussetzungen: das CARL-System beruht auf einem neuen Konzept, um den Stückguttransport von der Straße auf die Schiene zu bringen, bei hoher Flexibilität ähnlich dem Lkw-Transport. Das Konzept gibt es in dieser Form noch nicht am Markt. Als Transportmittel werden dem zukünftigen Kunden, sogenannte Fifty-Boxes angeboten, welche im Hauptlauf mit der Bahn transportiert werden. Der Vor- und Nachlauf erfolgt weiterhin via Lkw, der Umschlag in speziellen Terminals. Eine weitere Besonderheit des CARL-Systems ist die Nutzung von kleineren Losgrößen, welches ein effektiveres Sortieren ermöglicht.
In der Machbarkeitsstudie wurde die Marktfähigkeit des Systems nachgewiesen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf den Marktbedürfnissen und den Transportmengen unter Berücksichtigung der Horizontalverladung. Es wurde eine Aussage zu den wirtschaftlichen Aussichten und der Verwertbarkeit gemacht, bevor weitere technische Entwicklungen initiiert werden.
Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass ausreichend Potential für das CARL-System im Hafenhinterland vorhanden ist. Zusätzliche Volumina werden dem System zugute kommen, da die technischen Anlagen nicht nur die Fifty-Boxen befördern können, sondern auch die vorhandenen Wechselbehälter (Länge 7,45 m) des KV.
Die Nutzeranforderungen wurden untersucht. Das System kann die notwendigen Zeitfenster und die geforderte Flexibilität bereitstellen. Das CARL-System ist somit kompatibel zu den speziellen Anforderungen der Stückgutverkehre, der KEPs und dem Stückgutumschlag im Seehafen.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die zeitlich passenden Fahrplanrtrassen für einen CARL-Zug verfügbar gemacht werden. Derzeit sind jedoch noch Einzelheiten in Bezug auf die Fahrpläne mit der DB Netz zu klären. Es kann weiterhin davon ausgegangen werden, dass sich die gesamten Transportzeiten gegenüber dem heutigen KV verkürzen - zudem bei marktfähigen Kosten.
Die Untersuchung zum Stand der Technik hat ergeben, dass unterschiedliche Umschlagsysteme in der Vergangenheit entwickelt wurden, sich aber nicht durchsetzen konnten. Diese Systeme sind mit dem CARL-System und dessen Vorteilen - geringes Invest, hohe Flexibilität - jedoch nicht vergleichbar.
Durch die kostengünstige Gestaltung der Terminals können auch neue Relationen leichter aufgebaut werden. Weitere Kosteneinsparungen entstehen durch den Wegfall von Rangiertätigkeiten und Umspannen von Zügen. Wirtschaftlichkeitsberechnungen belegen, dass die jährlichen Kosten und Erlöse in einem positiven Verhältnis stehen. Das System wurde als wirtschaftlich tragfähig und technisch machbar bewertet. Die Verwertbarkeit ist unter den untersuchten Randbedingungen gegeben.
Ausblick: Der nächste Meilenstein zur Realisierung wird die weitere Entwicklung des Demonstrators (Phase 2) und erste Ergebnisse aus Testläufen, gemeinsam mit dem späteren Betreiber, sein.
Abschlussveranstaltung "ISETEC II"
Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Innovative Seehafentechnologien II - ISETEC II“ wird am 4. und 5. Juni 2012 im Konferenzzentrum des BMWi in Berlin stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnispräsentationen der Förderprojekte.
Programmflyer als Download
Ansprechpartnerin: Daniela Wirtz